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Die Rule of 14 ist keine klassische Gegenspiel-Zählregel wie die Rule of 11, 12 oder 13. Sie gehört in den Bereich der Eröffnungsgebote und der Handbewertung vor dem Spiel.
Gemeint ist damit eine Faustregel für ein Eröffnungsgebot in erster oder zweiter Position. Man addiert die Anzahl der eigenen HCP zu der Anzahl der Karten in der längsten Farbe. Ergibt diese Summe mindestens 14, gilt die Hand als grundsätzlich eröffnungswürdig, auch wenn sie etwas ungleichmäßig ist oder die Punkte am unteren Rand liegen.
Ein einfaches Beispiel: Eine Hand mit 11 HCP und einer Fünferfarbe ergibt 11 plus 5 gleich 16 und ist damit klar eine Eröffnung. Eine Hand mit 12 HCP und nur einer Viererfarbe ergibt 12 plus 4 gleich 16 und ebenfalls eine Eröffnung. Dagegen wären 10 HCP mit einer Viererfarbe nur 14 und damit genau an der unteren Grenze, während 10 HCP mit nur Dreierfarben keine Eröffnung rechtfertigen.
Die Regel ist bewusst grob und ersetzt keine saubere Handanalyse. Verteilung, Qualität der hohen Karten, Zwischenkarten, Sitzposition und Gefährdung spielen weiterhin eine große Rolle. In dritter Position wird oft lockerer eröffnet, in vierter Position strenger, weil dort zusätzlich das Regel-von-15-Kriterium für das Eröffnungsgebot eine Rolle spielt.
Im Zusammenhang mit BBO-Robots ist wichtig zu wissen, dass sie diese Regel sinngemäß verwenden, aber nicht mechanisch. Sie berücksichtigen zusätzlich Farbqualität, Position und ob eine ordentliche Fünferfarbe vorhanden ist. Die Rule of 14 erklärt also gut, warum Robots manche scheinbar „leichten“ 11-Punkte-Hände eröffnen und andere nicht.
Bieten nach dem Eröffner. Die Rule of 14 wird hier tatsächlich oft angewendet, um zu entscheiden, ob der Responder auf der Zwei-Farben-Stufe oder in 1SA weiterspielen kann. Sie ist eine einfache Faustregel, die Punkte und Handlänge in der Longest Suit berücksichtigt.
Anwendung auf den Responder:
- Neue Farbe auf der Zwei-Stufe (z. B. 1 Karo – 2 Herz):
Der Responder addiert HCP + Länge der längsten Farbe.- Ist die Summe ≥ 14, zeigt die Hand genug Kraft für eine 2-Farben-Ansage.
- Beispiel: Du hältst 8 HCP und eine Fünferfarbe Herz. 8 + 5 = 13 → nicht stark genug, also lieber bei der 1-Stufe bleiben oder andere Signale nutzen. 9 HCP + 5 = 14 → stark genug, 2-Herz möglich.
- 1SA-Ansage als Responder:
Hier gilt die gleiche Summe als Indikator für eine balanced Hand ohne eigene neue Fünferfarbe:- Wenn HCP + Länge der längsten Farbe ≥ 14, kann 1SA gespielt werden, sofern die Hand balanced ist (typisch 4-3-3-3, 4-4-3-2 oder 5-3-3-2 ohne lange Seitenspitzen).
- Beispiel: 8 HCP, 4-Karten-Farbe in der längsten Farbe → 8 + 4 = 12 → zu schwach für 1SA, besser bei einer Farbansage bleiben. 10 HCP + 4-Karten-Farbe = 14 → 1SA passt.
Praktischer Nutzen:
Die Regel hilft dem Responder, die Hand ohne komplizierte Punktabrechnungen schnell einzuschätzen. Besonders gegen BBO-Robots oder im schnellen Online-Spiel kann man damit zuverlässig entscheiden, ob die 2. Stufe gerechtfertigt ist oder 1SA die bessere Wahl.
