Rule of 11

Man zieht den Wert der ausgespielten Karte von 11 ab. Das Ergebnis gibt an, wie viele Karten höher als diese Karte sich bei den drei anderen Händen zusammen befinden, also bei Dummy, Partner und Alleinspieler.

Ein typisches Beispiel: Wird eine 7 ausgespielt, rechnet man 11 minus 7 gleich 4. Das bedeutet, dass insgesamt vier Karten höher als die 7 noch im Umlauf sind. Sie können verteilt sein auf Dummy, den Alleinspieler und den eigenen Partner. Sie selbst halten keine dieser Karten, da Sie ja die ausgespielte Karte sehen.

Der praktische Nutzen liegt darin, dass man nach dem Aufdecken des Dummys sofort genauer weiß, wo die hohen Karten sitzen müssen. Sie sehen im Dummy zum Beispiel zwei Karten höher als die 7. Dann wissen Sie automatisch, dass die beiden verbleibenden hohen Karten bei Ihrem Partner und beim Alleinspieler verteilt sein müssen. Wenn Sie selbst keine davon halten, kann Ihr Partner höchstens eine davon haben. Daraus lassen sich sehr oft präzise Rückschlüsse für das weitere Gegenspiel ziehen.

Wichtig ist, dass die Rule of 11 nur zuverlässig bei sogenannten viertbesten oder aggressiven Leads angewendet wird. Sie ist nicht geeignet bei Ausspielen aus kurzen Farben, aus reinen Sequenzen mit bewusster Täuschungsabsicht oder bei ungewöhnlichen Eröffnungsleads. In der Praxis ist sie vor allem auf BBO nützlich, weil dort sehr häufig standardisierte Leads gespielt werden und man sich auf diese Annahme meist verlassen kann.